27.02.2021 Tag 2 Ins Land der toten Fichten

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Trotz Kälte habe ich gut geschlafen und bin um 7:30 wieder unterwegs! Den Wald im Lützelgebirge kenne ich dienstlich sehr gut und freue mich dennoch wie schön er ist! Hier im Forstamt Biedenkopf sollen sich etwa 1000 ha zu Urwäldern von morgen entwickeln und die größte zusammenhängende Fläche umfasst 400 ha!

An der Sackpfeife, dem mit 670 Metern höchstem Berg in der Umgebung treffe ich meine Freunde Katrin und Christoph, die eine Stunde lang mitwandern. Sehr nett!

Danach überquere ich bald die Grenze nach Nordrhein-Westfalen ins Wittgensteiner Land. Diese Gegend wird von Fichtenwald dominiert und ist Katastrophengebiet. Überall tote Bäume und ganze Hänge sind kahl geschlagen. Tatsächlich entdecke ich eine kleine Fläche, wo irgendwann mal junge Buchen unter die Fichten gepflanzt wurden.

                                                                 Buchen Voranbau

 So ist jetzt schon die nächste Waldgeneration vorhanden. Vorbildlich, und es wäre schön, wenn das auf größerer Fläche geschehen werde, ist es aber nicht, nur Fichten weit und breit. Viele tote Bäume stehen auch noch und es wäre auch sehr gut, wenn diese stehen bleiben würden. Unter dem Schutz der abgestorbenen Bäume würde sich dann nämlich der neue Wald viel besser entwickeln und der im Holz gebundene Kohlenstoff würde nur in Jahrzehnten langsam frei gesetzt. Auch ökonomisch machen diese Kahlschläge keinen Sinn, da der Preis für das Fichtenholz so stark gefallen ist, dass fast nichts mehr dabei heraus kommt. Allerdings gibt es eine staatliche Förderung für jeden eingeschlagenen Kubikmeter. Ein Unding! Zusätzlich erhalten die Waldbesitzer zur Zeit eine staatliche Flächenprämie die ohne große Auflagen ausgeschüttet wird. Man kann sich als Großwaldbesitzer also davon durchaus einen Sportwagen kaufen, und muss nicht in den Wald investieren. 

Ohnehin gibt es in den Baumschulen gar nicht genug Pflanzen, damit man diese riesigen Flächen wieder aufforsten könnte. Das Beste wäre also die abgestorbenen Fichten stehen zu lassen, wenn sie nicht frisch befallen sind, auf Naturverjüngung der Pionierbaumarten wie Birke und Aspe zu warten, und diese nur punktuell nach einigen Jahren mit anderen Baumarten zu bepflanzen.

                                                                      Im Land der toten Fichten

Etwas frustriert schlage ich schließlich mein Nachtlager in einem jungen Fichtenbestand auf, der fast komplett Schälschäden des Rotwild aufweist. Ein anderes Thema…

                                                          Vom Rotwild geschält


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