Retezat- ein Bergparadies

Teile mit anderen:

6.6.2022

Am nächsten Morgen erreiche sehr ausgedehnte Latschenzone. Ohne Weg gibt es hier kein Durchkommen…

Teilweise ist es bereits klar und sonnig, an anderen Steilen steigt der Dunst aus den Tälern nach oben. An den blühenden Alpenrosen fotografiere ich Distelfalter und das Taubenschwänzchen, einen kleinen Schmetterling, der mit seinem langen Rüssel Nektar saugt. 

Ich folge heute den ganzen Tag Kämmen mit vielen Erhebungen oberhalb der Baumgrenze. Eine faszinierende Berglandschaft, die mich an meine viermonatige Alpentraverse 2020, von Berchtesgaden zum französischen Mittelmeer denken lässt. Auch bei der Wanderung war ich meist hoch oben und nicht in den Tälern.

Leider finde ich auf dem Kamm den ganzen Tag kein Wasser, und muss mit dem Rest von gestern auskommen. Manchmal ist es neblig, dann durchbricht die Sonne wieder den Dunstschleier. Der Fichtenwald in den Tälern wirkt unberührt. Die Landschaft ist herrlich, es gibt nur noch vereinzelte Schneefelder und die Wege sind recht einfach, dennoch sehe ich den ganzen Tag keinen Menschen. Ich bin jetzt im Retezat Nationalpark, dem ältesten Rumäniens, und gleichzeitig Biosphärenreservat. Retezat ist mit etwa 30.000 Hektar etwa so groß wie der Müritz Nationalpark, Deutschlands größter. Schon lange sehe ich die Pyramide des Papusa, und schließlich stehe ich auch auf dem Gipfel des 2508 Meter hohen Bergs.

Ein Stück unterhalb schlage ich schließlich nach elfeinhalb Wanderstunden und sehr vielen Höhenmetern mein Lager an einem Bach auf. Als ich später noch eine kleine Erkundungstour unternehme, beobachte ich einige Murmeltiere und sehe viele, kleine Fische im Peleaga See.

Die Retezat Berge gefallen mir sehr gut, was ist denn eure liebste Gebirgsgegend?


Teile mit anderen:

Ein Gedanke zu „<strong>Retezat- ein Bergparadies</strong>

  • 8. Juni 2022 um 16:09
    Permalink

    Aus den Blüten der Alpenrosen kann man Tee kochen. Wir bekamen mal von einer alten Sammlerin eine Handvoll geschenkt. – Normalerweise sind im Retezat Hirten unterwegs, es ist also nicht menschenleer. Bei Wanderern ist es auch sehr beliebt, aber es ist noch zu früh im Jahr. (Einige aus unserer Familie haben es schon erobert.) – Sehr schön ist das Apuseni-Gebirge, vor allem wegen der blühenden und stark duftenden Wiesen. Eigentlich haben gerade die
    kleinen Gebirge in Rumänien ihren besonderen Reiz. Liebe Grüße aus der Sächsischen Schweiz

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.