Auf dem Grenzkamm des Domogled Nationalparks 

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18.06.2022

Schon um halb sechs bin ich wieder unterwegs, was den Vorteil hat, dass ich einen tollen Sonnenaufgang erlebe.

Weiterhin folge ich den grünen Erhebungen des Kamms, von den Schafen ist glücklicherweise nichts zu sehen…

Hier, außerhalb des nährstoffreichen Kalksteins gibt es viel weniger Blumen, über weite Strecken prägen Heidelbeeren das Bild. Einmal kommt mir eine 10- köpfige Pferdeherde entgegen, die hier offenbar frei herumstreifen darf. Im Tal nach Westen sehe ich Dörfer und der Wald wurde größtenteils vor einiger Zeit kahl geschlagen. Aber auch im Domogled Nationalpark, auf dessen Grenze ich jetzt laufe, wurden über weite Strecken alle alten Buchen gefällt. Den frischen Kahlschlag, den ich vom Oplesata ausgemacht hatte, kann ich jetzt aus der Nähe betrachten. Immerhin wirken die Wälder des Weltnaturerbes Launa- Craiovei, mit dem Oplesata in der Mitte auch von dieser Seite unberührt, allerdings mache ich im Übergang zum Offenland drei Schäferhütten aus. Bis auf einige Feldlerchen, Bergpieper, Kolkraben und Steinschmätzer bekomme ich keine Wildtiere zu sehen, dafür erscheint entfernt eine Schafherde als ich dabei bin, mein Lager aufzubauen. In Windeseile packe ich wieder ein und laufe dann noch eine Stunde, bis ich mein Zelt am Hang mit schöner Aussicht aufschlage. Zwischendurch sah es heute nach Regen auf, aber abends ist es wieder schön.Später unternehme ich noch einen Spaziergang bergab durch die Offenflächen in den Urwald, der hier wohl zum Naturerbe Ciucevele Cernei gehört, das ich ja schon vor acht Tagen besucht hatte. Wie immer in so einem Wald bin ich tief berührt und kann nicht verstehen, dass selbst hier im Nationalpark große Teile davon kahlgeschlagen wurden.


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