28.10.2021 Tag 225 Über den Seeburger See zum Göttinger Wald

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Noch im Dunkeln laufe ich durch einen Hain aus zahlreichen Kopfhainbuchen vor Gieboldehausen. Wie groß muss die Not damals gewesen sein, damit man Viehfutter aus Baumkronen gewinnt!

Erst als ich Gieboldehausen hinter mir gelassen habe, wird es langsam hell und die Sonne schaut zaghaft durch den Nebelschleier. Auf Radwegen gelange ich bis zum Seeburger See, der bei mir Erinnerungen aus der Vergangenheit weckt. Schnatternde Gänse fliegen über mich hinweg, und auf dem noch im Nebel liegenden Gewässer schwimmen zahlreiche Enten. 

Hinter Seeburg geht es dann endlich wieder in den Wald. Nachdem sich die Sonne durchgesetzt hat, entwickelt sich ein wunderschöner goldener Oktobertag. Von der Seulinger Warte reicht der Blick zurück zum Harz mit dem Brocken. Voraus liegen die Muschelkalkplateaus des Göttinger Waldes, meinem nächsten Ziel. Hinter dem Hengstberg erreiche ich schließlich dieses größte Kalkbuchenwaldgebiet Südniedersachsens. Ein kurzer Aufstieg führt mich zum steil abfallenden Rand des Göttinger Waldes, dem ich auf schmalen Pfaden folge. Zunächst wandere ich noch an einem staatlichen Naturwald entlang, dann erreiche ich den 1600 Hektar großen Göttinger Stadtwald, der bereits seit 1920 naturnah bewirtschaftet wird. 1995 übernahm die Kommune dann als Zweite überhaupt, das Lübecker Modell. Schließlich wurde dann auch noch 2007 der größte Teil des Stadtwalds als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Daher muss die winterliche Holzernte hier Ende Februar beendet sein, und man strebt einen Anteil von 10 % Totholz, gemessen am lebenden Vorrat an. 

Ich kenne diesen Wald aus Studienzeiten noch sehr gut, und bin begeistert, dass er heute noch schöner wirkt. Spuren der Bewirtschaftung fallen kaum auf, und der Wald hat fast überall ein geschlossenes Kronendach. In die Buchen sind zahlreiche andere Baumarten wie verschiedene Ahorne, Linden, Eschen, Elsbeeren und Ulmen eingemischt. Zwar passiere ich zunächst kaum starke Altbäume, aber an vielen Stellen ist der Wald alters- und höhenmäßig bunt gemischt. Von einem Aussichtspunkt am Rand des Steilabfalls kann ich noch einmal bis zum Harz blicken. Sehr gut gefallen mir hier hölzerne Boxen mit kleinen Broschüren, den Waldblättern, zu verschiedenen Themen im Stadtwald, wie dem Totholz. Morgen werde ich mich mit der Leiterin Lena Dzeia treffen, was sicher sehr spannend wird. 

Schließlich schlage ich ein Freiluftlager in einem schönen Buchenwald auf, und genieße den  Sonnenuntergang, das Erscheinen der Sterne und den frischen Nachtwind, der öfter Blätter auf mich herab regnen lässt. 

Morgennebel
Die Sonne kommt
Seeburger See
Goldener Oktober
Borkenkäferfichten
Blick zu Hengstberg und Göttinger Wald
Zitronengelber Ahorn
Zum Göttinger Wald
Blick zurück zum Hengstberg
Der Spitzahorn trägt sehr unterschiedliche Blätter
Naturwald Fuchslöcher
Auf schmalen Pfaden im Göttinger Wald
Das Muschelkalkplateau bricht steil ab
Ein toller Wald!
Blick zurück zum Harz
Super Idee!
Spechthöhlen auf Augenhöhe
Die Esche wirft ihre Blätter grün ab
Forschungsfläche
Cowboycamp
Auf dem Rücken liegend blicke ich in die Kronen


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